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E-Mail:
scholger(at)unileoben.ac.at

Tel: ++43 (0)3842 402-2640   

Postadresse:

Montanuniversität
Paläomagnetiklabor Gams
Gams 45
A - 8130 Frohnleiten


Paläomagnetiklabor Gams

Bohrkerne

Die Montanuniversität verfügt mit dem Paläomagnetiklabor in Gams bei Frohnleiten seit 1977 über eine in Österreich unikale, im internationalen wissenschaftlichen Umfeld anerkannte Forschungseinrichtung mit breiter Ausrichtung. Das Paläomagnetiklabor ist die Grundlage für eigene Forschungstätigkeit und interdisziplinäre Kooperationen bei zahlreichen geowissenschaftlichen Fragestellungen.


Personen

Robert Scholger (Laborleiter): Prospektion, Geodynamik, Magnetostratigraphie, Umweltmagnetik, Gefügeanalyse

Elisabeth Schnepp: Archäomagnetik, Magnetostratigraphie

Hermann J. Mauritsch (Univ. Prof. i.R.)

Franz Pusterwallner: Technik

frühere Mitarbeiter/innen


Gastforscher/innen (aktuell)

Roman Leonhardt - Säkularvariation (2011-, ZAMG, Wien)
Elina Aidona - Archäomagnetik (2007-, Univ. Thessaloniki)
Fritz Popp - Magnetostratigraphie (2005-, Univ. Wien)

frühere Gastforscher/innen


Forschungsprojekte

Geodynamik & Tektonik

  • Nördliche Kalkalpen
  • ALCAPA Region
  • Pyrenäen

Magnetostratigraphie

  • Perm/Trias- & Kreide/Paläogen-Grenze
  • Tertiär in Österreich
  • Quartär im Alpenraum

Archäomagnetik

  • Säkularvariation
  • Archäomagnetische Datierung

Magnetische Prospektion

  • Archäometrie
  • Lagerstättenforschung

Gefügeanalyse

  • Magnetische Gefügeanalyse von geringfügig deformierten Gesteinen (AMS & Strain)

Umweltforschung

  • Magnetische Indikatoren für Schwermetallgehalte in Böden und Sedimenten

Geräte und Infrastruktur

Magnetometer

Abmagnetisierung

Hochfeldanlagen

Suszeptibilität

Standardausrüstung für paläomagnetische Probennahme und Aufbereitung


Rückblick auf die Entwicklung des Labors Gams

Der Aufbau der paläomagnetischen Forschungsrichtung in Leoben geht auf eine Anregung von Univ. Prof. Dr. Walter E. Petrascheck zurück. Bei einem „Symposium on Continental Drift“ in London (1965) berichtete Prof. Dr. Runcorn von der Universität Newcastle upon Tyne über neueste Forschungsergebnisse der jungen Forschungsrichtung Paläomagnetik. Ergebnisse aus Nordamerika (Runcorn & Irving, 1956), Indien (Klegg, 1956), Australien (Irving & Green, 1958), Südamerika (Creer, 1958), Afrika (Creer, 1958) und Japan (Nagata, 1959) bewiesen die hohe Mobilität der Kontinente in ihrer geologischen Entwicklung. Diese Ergebnisse waren in guter Übereinstimmung mit kontinentübergreifenden Modellen, die W.E. Petrascheck mit dem Vergleich lagerstättengenetischer Befunde verfolgte.

Zusammen mit Univ. Prof. Dr. Franz Weber, Ordinarius des Institutes für Erdölgeologie und Angewandte Geophysik, wurde 1967 eine Dissertation mit dem Titel „Paläomagnetische Untersuchungen an steirischen Basalten mit besonderer Berücksichtigung der magnetischen Reinigung und Konstruktion einer Wechselfeld–Abmagnetisierungsanlage“ vergeben. Mit diesem Thema wurde H.J. Mauritsch, der Verfasser dieses Rückblickes, betraut.

Das kleine Labor, das im Zuge der Dissertation im alten Peter Tunner Gebäude in Leoben untergebracht war, erwies sich wegen der vielen Störungen im Stadtbereich als ungeeignet. Basierend auf den Erfahrungen im Ausland wurde ein langfristig geeignetes Objekt gesucht und mit der alten Schule in Gams bei Frohnleiten gefunden. Wenig Verkehr, ein Abstand von mehr als 3 km von der Eisenbahnlinie sowie stabiles Netz, Datenleitung und Wasserversorgung boten nahezu ideale Voraussetzungen für hochempfindliche Magnetfeldmessungen. Da die Gemeinde der Weiternutzung als Labor sofort zustimmte, stellte Prof. Weber den Antrag für eine Subvention zum Ausbau des Labors an die Steiermärkische Landesregierung (22.03.1976). Am 20.04.1976 erfolgte die Genehmigung.

Mit großer Unterstützung durch den Leiter der Quästur, Amtsdirektor Wasle und aller Instituts- und Projektmitarbeiter konnte der Ausbau zügig ausgeführt werden. Am 2.05.1977 wurde das Labor offiziell durch den Präsidenten des Stmk. Landtages Prof. Dr. Hans Koren in Anwesenheit des Rektors Prof. Dr. A. Oberhofer und Prof. Dr. F. Steinhauser von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, des Bürgermeisters A. Dulzky, des Grundbesitzers Dipl.-Ing. Goess-Saurau, des Landesamtspräsidenten Dr. Tropper sowie Frau Bundesrat Heinz eröffnet. Sukzessiv wurden die Räume und die Instrumentierung adaptiert und erweitert. 1991 wurde mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages zwischen der Gemeinde und der Republik Österreich das Labor Gams mit den dazugehörigen Grundflächen integraler Bestand der Montanuniversität Leoben.

Der instrumentelle Ausbau erfolgte nahezu ausschließlich aus Investitionsmitteln von Forschungsprojekten beim Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF), dem Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (JF), dem Internationalen Korrelationsprogramm (IGCP) der Österr. Akademie der Wissenschaften, sowie Projekten der Europäischen Union. Vor allem die erfolgreiche Teilnahme an vier 3-4 jährigen Forschungsschwerpunkten des FWF ermöglichte den raschen Ausbau und die Etablierung des Labors in der europäischen Forschungslandschaft. Zahlreiche Einzelprojekte rundeten sowohl die Forschungsgebiete als auch die Gerätemodifikationen ab. Der Standard des Labors entspricht absolut dem internationalen Stand und stellt einen wichtigen Knoten im Europäischen Netzwerk dar, was durch den regelmäßigen Aufenthalt ausländischer Gastforscher belegt wird. Fragen der Geodynamik, Mineralmagnetik und Magnetostratigraphie, Geschichte des Erdmagnetfeldes und Archäomagnetik sowie Umweltmagnetik sind die wesentlichen Forschungsgebiete. Das Labor wurde bis 2001 von Prof. Dr.  H.J. Mauritsch geleitet und seither von Prof. Dr. R. Scholger. Der Bereich Archäomagnetik und Geschichte des Erdmagnetfeldes wird von Frau PD Dr. E. Schnepp betreut.